Bands

Veröffentlicht am 13.01.2016 von Nemesis

0

Portrait Lacuna Coil

Lacuna Coil über Unleashed Memories – Das Licht am Ende des Tunnels

Die Jungs dürfen auch mal zu Wort kommen

Während die meisten Schreiberlinge bei den Interviews mit Sängerin Christina Scabbia plaudern, klingelte bei mir eines schönes Tages das Nervophon und Sänger Andrea Ferro purzelte aus dem Hörer. Und auch wenn manche die weiblichen Mitglieder einer Band bevorzugen (weil eben nicht so viele Mädels in der Szene ausfindig zu machen sind), ist es doch auch mal interessant, von einem anderen Member der Band einen paar Auskünfte zum damaligen Release Unleashed Memories der italienischen Gothic-Heavies zu bekommen.

Wenn der Start stimmt

Obwohl es für die Band von Anfang an recht flott bergauf ging, zeigte sich der sympathische Sänger von den nach wie euphorischen Reaktionen auf die Band sehr überrascht. „Sicher glaubten wir an unser Material, aber was so an Resonanzen auf uns zukam, war schon toll. Es ist leicht, eine Scheibe zu veröffentlichen, aber in den meisten Fällen kommt und geht man als Band. Die Leute geben heutzutage nicht mehr für alles Geld aus, was sie vielleicht interessieren könnte, zudem ändern sich die Geschmäcker im Laufe der Zeit. Man kann sich nicht darauf verlassen, nach einem erfolgreichen Einstieg auch dabei zu bleiben.“

Auch die Geschmäcker der Band-Members gehen in unterschiedliche Richtungen und driften schon mal von einem Stil zum anderen, wie Andrea fortfuhr: „Angefangen hat bei uns alles mit dem Heavy Metal, aber im Laufe der Zeit kamen immer mehr Ausrichtungen dazu. Wir versuchen und versuchten immer, alle unsere Einflüsse zusammenzubringen. Allerdings funktioniert das auch nicht immer.“

Die positive Seite der Melancholie

Während andere Vertreter der Gothic-Schiene mit einem gewaltigen Batzen Selbstmitleid daherkommen und Gott und die Welt damit runterziehen, vermitteln Lacuna Coil bei aller Melancholie auch immer einen Prise Hoffnung. Anscheinend ist es ab und an der Zeit, einer bestimmten Szene neue Impulse zu verleihen. Wobei sich im Falle von Lacuna Coil bis dato noch keine Trittbrettfahrer bemerkbar gemacht hatten.

„Ich weiß gar nicht, ob wir wirklich zur Gothic-Szene gehören. Wir verfolgen das Ganze schon, aber es ist nicht sonderlich wichtig für uns, ein Teil einer bestimmten Szenerie zu sein. Ich denke, dass im Laufe der Zeit bestimmt noch einige Bands kommen werden, die in unsere stilistische Richtung gehen. Momentan sind wir meiner Meinung nach noch nicht lange genug dabei, um als Vorbilder zu fungieren. Unsere Musik ist wie eine innere Suche. Das Wichtigste sind bei uns die Emotionen und die Balance… in musikalischer Hinsicht vor allem die Ausgewogenheit bei den Vocals.

Gothic mit Arschtritt

Ich hatte mir vorgenommen, einige Gesangsstunden nehmen, um mit Christina auch Schritt halten zu können. Die Entscheidung, nicht die typische Sopranistinnen-meets-Grunzer-Tour zu fahren, sondern zwei gleichwertige Sänger mit sauberem und melodiösem Gesang zu integrieren, finde ich toll. Nur wie gesagt: Christina hat mir in gesanglicher Hinsicht einiges voraus und ich möchte bei diesem Niveau mithalten können.“

Was den positiven Touch von Lacuna Coil´s Sound betrifft, hatte Andrea auch einige Comments parat: „Wir wenden uns beiden Seiten zu: Den negativen und positiven. Das Leben konfrontiert einen zumeist nicht nur mit einer Seite der Medaille. Wir wollen aber vermitteln, dass es am Ende und in jedem noch so düsteren Moment auch Hoffnung gibt. Der Titel Unleashed Memories hat zu allen Songs auf der Scheibe Bezug. Wenn man sich mit seinen Erinnerungen auseinandersetzt, jene Erinnerungen, die in einem festsitzen, kann das wie eine innere Freiheitsexplosion sein.

Die Beschäftigung mit dem inneren Selbst

Ein besserer Begriff fällt mir dazu nicht ein. Man kann sich frei machen von negativen Dingen und sich über schöne Momente freuen und sich an ihnen aufbauen. Man muss sich nur, wie gesagt, damit auseinandersetzen und sich dabei ein Licht am Ende des Tunnels zu suchen. Man sollte nicht sein Leben lang an negativen Erlebnissen festhalten. Oft fällt es schwer, sich davon zu lösen, aber man sollte es versuchen. Die Lyrics der Scheibe richteten sich nach unseren eigenen Gefühlen, als wir die Platte schrieben. Sie sind nicht als Rat gedacht. sondern höchstens um zu zeigen, dass man mit seinen Gefühlen und seinem Umgang mit ihnen nicht alleine auf der Welt ist.“

Allein das kann oft der Anstoß sein, wieder ein wenig Power zu entwickeln und sich von manchmal hoffnungsloser Stimmung zu lösen. Denn wie sagt Andrea so schön: „Kunst besteht aus tiefgreifenden Gedanken, der Beschäftigung mit seinem inneren Selbst.“

Scheiben der Band

In a Reverie
Unleashed Memories
Comalies
Karmacode
Shallow Life
Dark Adrenaline

Aktuelles Album: Broken Crown Halo

Derzeitiges Line-up

Vocals: Cristina Scabbia
Vocals: Andrea Ferro
Guit: Marco Emanuele Biazzi
Bass: Marco Coti Zelati
Drums: Ryan Blake Folden

photocredit: By Snowdog (Snowdog) [Public domain], via Wikimedia Commons

Tags: ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑
  • Aktuelle Artikel

  • PARADOX Musikmagazin

  • Newsletter

    Trage ich hier in unsere Newsletter ein und bekomme von uns immer alle Szene-News aus erster Hand!

  • Monatsübersicht