Interviews

Veröffentlicht am 12.10.2015 von Nemesis

0

Interview Solitude Aeternus

Melodien für Intelligenzbestien

Eigentlich sollte der Talk mit Joe Perez von Solitude Aeternus als Track Attack über die Bühne gehen, aber wie so passieren kann, verbabbelt man sich in irgendwelche anderen Themen, so dass wir schon nach dem ersten Song über Gott und die Welt philosophierten anstatt Mucke anderer Bands anzuhören. Nachdem es schon drei Jahre seit der letzten Veröffentlichung der Doom Metal/Gothic-Band her ist, dürfte natürlich die Fans erstmal interessieren, wann denn wieder mit düsterem Sound aus dem Hause Solitude Aeternus zu rechnen ist.

Nie erwachsen geworden

„Ich mache diese Musik nicht wegen des Geldes. Mittlerweile hatte ich eigenes Label gegründet. Das nahm natürlich eine ganze Menge Zeit in Anspruch. Unsere Musik macht mir einfach Spaß, das ist der einzige Grund, weshalb ich das mache. Ich liebe es.“ Und wenn wir schon beim Musiker und Fans sind: Selber noch ein Fan? „Oh ja, ich bin ein total Verrückter. Scheint so, als wäre ich nie erwachsen geworden. Oder es ist meine Art, erwachsen zu sein.

Solitude Aeternus sind nicht die großen Stars, aber einige Leute kennen mich schon. Trotzdem bezahle ich nach wie vor meine Tickets für Konzerte.

Ich bekommen öfter mal Promo-CDs oder auch Kopien, und sobald mir etwas gefällt, renne ich in den Laden, um mir das Original zu kaufen. Gebrannte Scheiben sind eine Möglichkeit, etwas kennenzulernen, aber ein wahrer Fan kauft sich die Sachen, die ihm gefallen.“ Wahre Worte. An sich steht Joe immer noch in erster Linie auf die alten Helden wie Black Sabbath, Judas Priest – die ganze Litanei eben. „Es wahren die Bands, mit denen ich aufgewachsen bin. Der ganze Kram aus den Endsiebzigern und Achtzigern hat es mit voll angetan. Ich finde es auch gut, dass sich die einzelnen Genres härterer Musik immer näher kommen.

Aufgeschlossenheit

Die Hörer sollten hier nur offen sein. Es gibt soviel gute Musik in der Richtung, die man liebt. Stell` dir vor, jemand gibt dir eine CD, die dir wahrscheinlich super gut gefallen würde, aber der Name sagt dir nichts und du bist einfach nicht aufgeschlossen genug, dir die Sachen anzuhören.“ Naja, dann wäre meine Wenigkeit gar nicht erst beim Metal gelandet. Und schuld sind Virgin Steele. Nun fragen sich aber auch immer noch manche Fans harter Klänge, was denn nun Doom Metal bzw Gothic eigentlich ist. Denn nicht jeder ist bereits mit dieser Abart des Metal und Gothic in Berührung gekommen.

Man erkläre Doom

„Doom ist einfach langsamer, hehe. Klingt doof, gell? Is` aber so. Es ist einfach harte Musik. Langsam, schwer, melancholisch und sehr auf gute Melodien bedacht. Die Doom-Szene ist derzeit stärker als je zuvor. Bands wie Hangnail und Sheavy sind vielleicht nicht so schwerfällig wie manch andere, aber es dreht sich doch in erster Linie darum, Heavy zu machen. Meiner Meinung nach ist es Musik für Denker, es steckt sehr viel Gefühl dahinter.

Es ist intelligente Mucke.“ Eigentlich heißt es das doch immer von der Prog-Szene.

Facettenreich

„Ja sicher. Diese Musik verlangt auch eine Menge Verstand, da sie technisch sehr detailliert und hochqualitativ ist. Doch es gibt eben einen Unterschied zwischen I.Q. und E.Q., der emotionalen Intelligenz, die ja mittlerweile erwiesen ist. Und manche Musikarten verlangen eben auch jenes emotionale Verständnis.“ Joe stimmt auch meiner Bemerkung zu, dass zwischen Doom und Gothic manchmal gar nicht derart viel Unterschied hinsichtlich der gefühlsmäßigen Intension besteht. Und manche Gothic Mucker behaupten ja recht gern, gar nicht so schwermütig zu sein. „Och, wir sind auch nicht in allem, was wir tun, superlangsam und melancholisch.

Das ist eine Seite von mir. In jedem Menschen stecken mehrere Persönlichkeiten, und mit meiner Musik zeige ich meine traurige. Ich habe noch ein anderes Projekt am laufen, mit dem ich mein Faible für Psychedelic ausleben kann. Ich kann mir also sehr gut vorstellen, dass man seine verschiedenen Seiten auch auf verschiedene Arten umsetzen kann. Man muss nur so ehrlich zu sich selbst, sich einzugestehen, daß das, was man tut, ein Teil von einem ist.“

 

photocredit: https://www.facebook.com/solitudeaeturnus/photos

Tags: , , ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑
  • Aktuelle Artikel

  • PARADOX Musikmagazin

  • Newsletter

    Trage ich hier in unsere Newsletter ein und bekomme von uns immer alle Szene-News aus erster Hand!

  • Monatsübersicht