Interviews

Veröffentlicht am 13.10.2015 von Nemesis

0

Interview Mortalia

Mortalia zum Debut – wenn fertig dann Pause

Bereits ein Jahr vor der eigentlichen Veröffentlichung war das Debut Naked Warrior von Mortalia fertig im Kasten und produziert. Danach gab´s erstmal Pause, eine Zeit, in der sich die Mitglieder der Band ihren eigenen Dingen widmeten, wie Sängerin Antja Dieckmann erzählt. „Vor kurzem hatten wir die Release-Party zu Naked Warrior – die Platte ist ja nun erst veröffentlicht worden. In diesem ganzen Jahr hatten wir keine Auftritte, Proben oder dergleichen.

Es war einfach ein tolles Gefühl, zu sehen, dass uns trotz dieses einen Jahres noch derart viel verbindet. Zumal die Release-Party einfach gigantisch war. Ich habe eine Menge Arbeit reingesteckt, und es ist schon super, wenn man dann sieht, dass es sich wirklich gelohnt hat.“ Mit Naked Warrio* fahren die deutschen Dark Heavies und Gothicler auch viel Positives ein, was eigentlich auch kein Wunder ist.
Selten klang ein Debut so facettenreich, eigenständig und kompakt. „Für mich ist es selbst sehr schwer, eine passende Beschreibung für unseren Sound zu finden, allerdings kommt meiner Meinung nach der Begriff unserer Plattenfirma, ‘Cosmic Odyssey Metal’, ganz gut hin – auch wenn es eigtnlich eine Form des Gothic ist. Cosmic, weil der Sound sehr breit gefächert ist und auch eine weite Atmosphäre besitzt, Odyssey für die verschiedenen Stationen und Metal sind wir ja trotz allem auch noch.“ Wobei die Sängerin weitere stilistische Ausflüge nicht ausschließt.

Von Metal bis TripHop

„Bei unserer Musik kommt eigentlich alles zusammen, was wir auch selbst hören: Von Death Metal-Sachen über Jungle, Klassik, TripHop… der musikalische Geschmack innerhalb von Mortalia ist sehr breit gefächert. Unser Gitarrist, ist derzeit auf Goa gekommen, weshalb er die Band auch verlassen wird. Mit Live-Aktivitäten müssen wir also noch ein wenig warten, bis wir wieder komplett sind. Unter uns befinden sich drei Studenten der Musik-Wissenschaften, unter anderem auch ich. Dadurch erfährt man natürlich noch mehr, lernt noch mehr kennen. Wir sind hinsichtlich musikalischer Richtungen nicht mehr so festgefahren, was ich total gut finde. Ich denke auch, dass sich in der Zukunft bei Mortalia noch einiges tun wird. Ganz vom Metal werden wir aber sicher nicht abrücken.

Doch ist es uns einfach auch wichtig, nicht stehenzubleiben – wir wollen uns weiterentwickeln.“ Antja sieht, nach ihren eigenen Worten, Stillstand als Tod. „Wenn andere Bands genau das immer machen wollen, was sie tun, und wenn sie damit wirklich komplett zufrieden sind, finde ich das toll. Aber für mich wäre das nichts. Veränderungen entstehen nicht nur durch neue soundtechnische Einflüsse oder Modernisierung, auch durch den veränderten Einsatz bereits verwendeter Elemente kann man frischen Wind in eine Sache bringen. Viele Leute haben bereits jetzt gesagt, sie würden Trademarks unsere Demos Orpheo wieder erkennen. Das werten wir natürlich als Kompliment.“

Sich selbst neu erfinden

Es scheint sie also wirklich zu geben: Bands, die sich ständig neu orientieren und dennoch sie selbst bleiben und ihre Anhänger nicht enttäuschen. Naja, Rage sind auch so ein Fall – Savatage und Helloween auch. Das war´s aber dann zum Teil auch schon. „Wir denken nicht großartig darüber nach, wie wir welchen Song angehen wollen. Wenn an einer Stelle eben ein Sitar hingehört, ist es uns egal, ob es ein genre-typisches Instrument ist oder nicht.

Grenzerfahrungen

Dann wird sie einfach mit eingebaut. Man merkt dann schon, ob ein Stück in sich stimmig ist. Das ist einfach unseres inneres Bedürfnis, etwa auszudrücken.“ Viel zu sagen haben Mortalia auch thematisch. Mit Naked Warrior befasste sich Antje mit der Haupt-Idee von Grenzerfahrungen, „sowohl in der Hinsicht, neue Dinge, neue Länder kennenzulernen, als auch hinsichtlich der Suche nach dem eigenen Ich. Der Warrior ist als ein Wanderer zwischen den Welten zu verstehen.

Wenn man Neues erfährt, kann man seine eigenen Schlüsse daraus ziehen, seine eigenen ideellen Grenzen austesten – auch die der sogenannten keltischen Anderswelt.“ Darunter ist im Groben und Ganzen die Geisterwelt zu verstehen. „Dinge, die man nicht sehen öder hören, sondern nur manchmal spüren kann.

Dem Unterbewusstsein öffnen

Der Song L´Ame Immortelle handelt von dieser Anderswelt. Ich finde dieses Thema der Grenzerfahrung sehr spannend und auch toll, etwas darüber zu wissen.“ Diese Art, sich selbst zu finden, kann allerdings auch gehörig schief gehen. Vor allem, wenn man sich an falsche Helfer wendet, aus falschen Beweggründen nach Antworten sucht, in der falschen Richtung stöbert oder sich so sehr darin verliert, dass man einfach nicht mehr herauskommt. „Ein sehr guter Bekannter von mir ist Begleiter für Visionserscheinungen.

Er ist zudem auch psychologisch geschult. Gefährlich werden solche Dinge vor allem durch den Einsatz von Drogen, was mit dem eigentlichen Sinn dieser Sache nicht mehr viel zu tun hat. Wenn man in dieser Richtung etwas lernen möchte oder nach Erfahrungen sucht, die einem eine neue Seite an seinem Bewusstsein zeigen oder auch einen Weg zum Unterbewussten öffnen, sollte man sich auf jeden Fall an die richtigen Leute wenden.“

Tags: , , ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑
  • Aktuelle Artikel

  • PARADOX Musikmagazin

  • Newsletter

    Trage ich hier in unsere Newsletter ein und bekomme von uns immer alle Szene-News aus erster Hand!

  • Monatsübersicht