Bands

Veröffentlicht am 05.06.2015 von Nemesis

0

Eisbrecher Part 1

Es ließ die Szene ganz gewaltig aufhorchen. Alexx Wesselski, scheinbar noch mit vollem Elan an der „Herzwerk II“ von Megaherz beteiligt, war auf einmal unter einem anderen Banner namens „Eisbrecher“ unterwegs.

So seine damaligen Worte bei einem Interview, das zum Beginn dieser neuen Laufbahn geführt wurde.

Langsam sollte es auch wirklich der Letzte mitbekommen haben, außer man hat schlicht und ergreifend an Musik null komma null Interesse (was ja vorkommen soll), dem geneigten Fan ist es sicher nicht entgangen. Megaherz und Sänger bzw. Gründungsmitglied Alexx Wesselski haben sich vor einiger Zeit entschlossen, getrennte Wege zu gehen, ebenso wie dies Megaherz-Mitbegründer Noel Pix bereits vorgemacht hat. Und nun hat der Münchner Sänger bereits ein neues Baby und ebenso das gleichnamige Debut-Album am Start. Im Januar 2004 würde der selbstbetitelte Erstling von Eisbrecher auf dem Markt drängen (ich auch entsprechend erfolgreich sein – und das lag nicht nur am beiliegenden Rohling für eine CD-Kopie für den Eigengebrauch).

Zusammen mit Noel Pix, der auch vor einigen Jahren bei Megaherz mitbastelte, hat Alexx hier wirklich ein erstklassiges Debut an elektronisch beeinflußter, harter und düsterer Musik abgeliefert.

Ein soundtechnischer Leckerbissen reihte sich an den anderen. An dieser Stelle sei gesagt (aus Erfahrung): Mit einem Bayer ein Interview zu machen, ist immer so eine Sache. Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste, verfranzt sich thematisch und spricht schlichtweg über Gott und die Welt.

Stur wie ein Dackel dorthin rennt, wo er hin mag, entwickeln sich solche Gespräche nicht unbedingt in die Richtung, die man sich so vorgenommen hat und manche Fragen weichen einfach anderen interessanten Themen. Einmal festgebissen, schwirren die Gedanken eben in diese oder jene Richtung. So philosophiert Alexx absolut zusammenhanglos über das momentane Beziehungsleben und zieht zu Rate, daß die Unzufriedenheit und die vielen Zankereien wohl an der Jahreszeit liegen würden. Aha. Öh.. und was hat das wieder mit Musik zu tun, aber sei´s drum.

Hm, sollte man mal in Städten untersuchen, die nah an der Donau oder anderen großen Flüssen liegen, da könnte man es auf den Nebel schieben. Traurig, trist und muffig. Als wäre es das selbstverständlichste der Welt, wendet er sich direkt anschließend den Lichttechnikern dieser Welt zu. „Seltsame Leutchen. Ehrlich, manchmal möchte ich schon wissen, was die so zu sich nehmen und konsumieren.“ Narrische Pilze? Als Lichttechniker kann man schon recht gechillt einen guten Job machen, als Tontechniker oder Musiker wird das nicht mehr wirklich etwas. Daß gerade in den kleineren bayerischen Städten wie Straubing, Passau und Regensburg und Umkreis leider nach wie vor zu wenig in musikalischer Hinsicht geboten ist, schneidet er anschließend an.

Wenn er damit nur nicht recht hätte. Doch gerade hier finden sich einige sehr beherzte Leutchen, die es immer wieder versuchen. Mittlerweile ist auch schon von einem „RGT“ die Rede. Einem kleinem, aber feinem Gothic-Festival in Regensburg, namenstechnisch selbstredend ans „WGT“ angelehnt. Naja, man soll den Effekt des Assoziierens nicht unterschätzen. „Sowohl die Metal- als auch die Gothic-Szene muß dafür offener werden, auch zusammen zu arbeiten. So viele Unterschiede gibt es doch gar nicht. Klar, die eher Elektro gefärbte Fraktion ist eine Sache für sich und ich kann mir kaum einen Metaller mit einem Cyber-Gothic gemeinsam auf der Tanzfläche vorstellen.

Aber wieviele Überschneidungen gibt es eigentlich? Man muß die Leute einfach mal zusammenbringen.

Ja, bißchen Kopf auf und Spaß haben. Soll manchmal klappen. Und man sieht zum Beispiel im Falle von Eisbrecher, wie viele Metaller und andererseits Gothic-Freaks auf deren Sound abfahren. Die Band hat sich mehr als nur etabliert, wie die letzten Jahre gezeigt haben. So kommen wir doch endlich mal schlußendlich auf Alexx´ Karriere zu sprechen.

„Ich habe Megaherz zehn Jahre lang wie ein Baby aufgebaut, mich engagiert und war mit vollen Herz und Elan dabei – wir wollten schlicht halt mal auf die Bühne und eine eigene CD im Regal stehen haben. Ich war 15 Jahre alt, als ich mit der Musik begonnen hab, da sind eine Menge Träume vorhanden, die man umsetzen will, die Idee von Megaherz und das Konzept entwickelten sich aber nach und nach erst im Laufe der Zeit und Jahre. Die Vorstellung drehte sich um eine Rockband mit deutschen Texten –so die schlichte Idee.“

Die dann doch anderen Umfang annehmen sollte und eigentlich einen neuen Stil begründete, den auch Rammstein bedienen. Offenbar war es an der Zeit für einen Stil dieser Art bzw um die Weichen dafür zu stellen. „Man kann sagen, daß 1997 so unser magisches Jahr darstellte: Unsere erste eigene Platte stand in den Läden und war so ziemlich überall verfügbar. Wir havben aber auch verstanden, daß sowas nicht gleich bedeutet, daß man nun an der Spitze mitmischt und superwichtig ist. Man muß immer dran arbeiten, am Ball bleiben. One-hit-wonders gibt es auf der Welt zuhauf. Das war sicher nicht unser Ziel.

photocredit: https://www.facebook.com/eisbrecher/photos

Tags: , , , , , ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑
  • Aktuelle Artikel

  • PARADOX Musikmagazin

  • Newsletter

    Trage ich hier in unsere Newsletter ein und bekomme von uns immer alle Szene-News aus erster Hand!

  • Monatsübersicht