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Veröffentlicht am 23.09.2015 von Harry Pfliegl

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Allerseelen: ein umstrittenes Musikprojekt

Musikalisch ist das Projekt Allerseelen nicht einfach einzuordnen. Musikalisch geht Allerseelen nämlich in die Post-Industrial-Richtung, während die Band im engeren Sinne eher dem Neofolk- und dem Ritual-Umfeld zugerechnet wird. Wegen der Texte und der Gestaltung von Tonträgern steht Allerseelen allerdings in der Kritik: Der Band wird die Verbreitung von rechtsextremem Gedankengut vorgeworfen.

So ist die Band entstanden

Erste musikalische Erfahrungen auf der Profi-Bühne hatte Gerhard Petak als Trommler beim Orgien-Mysterien-Theater von Hermann Nitsch gesammelt. In der Gruppe Zero Kama spielte er außerdem Pauke. 1987 scharte Petak ein paar Freunde um sich, um Allerseelen zu gründen, diese Band löste sich aber schon wenig später wieder auf. Zwei Jahre später machte Petak aus Allerseelen ein Soloprojekt.

Allerseelen im Wandel der Zeit

Während Allerseelen auf dem Erstlingswerk Cruor ausschließlich Instrumentalstücke mit Einflüssen aus aller Welt veröffentlichte, zog sich Allerseelen mit dem zweiten Werk Gotos=Kalanda massive Kritik zu. Der Grund: Vertont wurde ein Gedichtzyklus des Esoterikers und SS-Gruppenführers Karl Maria Wiligut. Zudem wurde auf dem Cover die Schwarze Sonne abgebildet, die eine wichtige Rolle in der nationalsozialistischen Symbolik spielt. Petak konterte diese Vorwürfe mit dem Argument, die dissonanten Klänge würden „Dunkelheit und Gewalt“ verdeutlichen.

Auch das Album Sturmlieder aus dem Jahr 1997 legt einen rechten Bezug nahe. Petak bezog sich hier jedoch eher auf den Film Santa Sangre, die Kabbala, die Alchemie, Friedrich Nietzsche und Ernst Jünger. Von einer eher sanften Seite präsentierten sich Allerseelen schließlich auf dem Album Stirb und werde 1999.

Ein stilistischer Wandel

Mit den Veröffentlichungen von Neuschwabenland im Jahr 2000 und Venezia ein Jahr später setzte ein stilistischer Wandel von Allerseelen ein. Nun hielten auch Elemente des Jazz und des Neoklassizismus Einzug in den Sound. Spanische Elemente wurden 2002 in Abenteuerliches Herz aufgenommen. Die bislang letzte Veröffentlichung erfolgte 2007 mit Hallstatt.

Foto: By Finstergeist (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

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